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Wenn der Blues kommt

Lass dich vom Novemberblues nicht unterkriegen!

 

Nun ist sie da, die Novemberzeit mit ihren grauen und dunklen Tagen. Melancholie und Traurigkeit steigen oftmals hoch wie die Nebelschwaden am Morgen. Die Tage werden kürzer und die Nächte länger – die dunkle Jahreszeit ist angebrochen. Je dunkler die Tage, desto trüber ist bei vielen Menschen die Stimmung. Das Phänomen lässt sich einfach erklären: Wenn Licht fehlt, geht unsere Stimmung in den Keller.

 Muss man sich damit abfinden und sich selber leidtun? Nein, mach einfach das Beste draus!

 Jedes Jahr kommt der November viel zu früh. Gerade noch haben wir die Zeit mit sonnigen Momenten des Oktobers genossen, schon hüllt uns das stetige Grau der Novembertage ein und schlägt auf die Stimmung. Morgens geht es im Dunkeln zur Arbeit und wenn der Feierabend da ist, hat sich die Helligkeit des Tages bereits verabschiedet. Kein fröhliches Vogelgezwitscher begleitet uns auf dem Weg durch den Wald, die Bäume sehen teilweise schon gespenstisch aus im Halbdunkel und oftmals pfeift uns noch ein nasskalter Wind um die Ohren.

Vielleicht gehörst du auch zu den Menschen, denen der November aufs Gemüt schlägt. So geht es vielen anderen auch.

Melancholische und traurige Phasen gehören zum Leben dazu. Es macht keinen Sinn, diese Gefühle zu verdrängen und immer nur auf die Sonnenseite des Lebens stehen zu wollen. Wir neigen dazu, Gefühle in gut und schlecht einzuordnen und wollen nur die positiven Emotionen erleben. Doch wenn es uns gelingt, den Mut aufzubringen, der Traurigkeit wirklich Raum zu geben, können wir uns selber besser verstehen und die Themen, die damit verbunden sind, deutlicher erkennen. Manchmal verbirgt sich eine sehr alte Verletzung dahinter oder ein noch nicht verarbeitetes Erlebnis aus der Vergangenheit. Durch diese Erkenntnisse und die damit verbundene Annahme der Traurigkeit entsteht ein neuer Umgang mit der aktuellen Gefühlslage. Oft verschwindet sie dann viel schneller, da wir nicht mehr im Widerstand sind und sie nicht länger verdrängt haben.

Das Still werden und das In-Sich-gehen können wir von der Natur abschauen. Alle Kräfte ziehen sich ins Innere der Pflanzen zurück, um im Frühjahr mit neuer Energie wieder zum Vorschein kommen. Statt dauernder Ablenkung und Beschäftigung im Außen können wir uns wieder ganz auf uns selbst besinnen und die Qualität darin entdecken. Und auch der natürliche Rhythmus der Jahreszeiten unterstützt uns auch mit unserer eigenen inneren Natur und unserem Organismus. In unserer heutigen schnelllebigen, hektischen Zeit ist dieser Aspekt leider sehr verloren gegangen. Es wird von uns immer Vollgas geben erwartet und das gesamte Jahr über Leistung zu bringen. Dass dies nicht gesund ist und auf Dauer nicht gutgehen kann, zeigen die vielen Fälle von Burn-Out, Depression und Erschöpfung.

Natürlich können wir uns nicht den ganzen Winter ins Schneckenhaus zurückziehen, aber eine Weile im November abzutauchen, macht durchaus Sinn. Nach so einer Verschnaufpause kann die Vorfreude auf die schönen Dinge der Winterzeit wachsen.

Der Herbst ist die Zeit des Loslassens. Die Blätter fallen von den Bäumen und die Natur bereitet sich auf den Winterschlaf vor. Dies ist auch für uns eine gute Zeit loszulassen. Was möchtest du im November loslassen? Vielleicht notierst du dir welche Dinge du loslassen möchtest. Gibt es Gegenstände, von denen du dich trennen möchtest? Hast du Gewohnheiten, die dir nicht mehr guttun? Welche Sorgen und Ängste möchtest du loswerden?

Doch um gestärkt durch den Herbst und die graue Novemberzeit zu kommen, macht es also Sinn sich Zeit nehmen für einen Spaziergang, Innehalten und sich selbst Verwöhnen, vielleicht mit einer heißen Tasse Kakao nach dem Spaziergang. Einfach schön. Zeit für sich selbst nehmen, hier und da Grenzen  zu setzen und zu lernen, auch mal nein zu sagen. So kann man auch mal die Seele baumeln lassen und auch den Novembertag mit seinen Wetterkapriolen genießen.

Doch um sich dem Novemberblues nicht zu lange ausgeliefert zu fühlen, ist es hilfreich herauszufinden, was einem in dieser Zeit guttut. Nimm dir doch einen Stift und ein Blatt Papier und schreibe auf, wonach du dich im November am meisten sehnst. Manchmal sind es schon Kleinigkeiten, die einen aus dem Stimmungstief herauskatapultieren. Vielleicht hast du Lust ein Buch zu lesen. Oder wie wäre es mit einem Spieleabend mit Freunden? Überlege einfach in aller Ruhe, was du früher gerne gemacht hast. Gab es Hobbies, die inzwischen in Vergessenheit geraten sind? Nicht selten kommen ganz unerwartete Dinge hervor, die uns jetzt helfen können, wieder in unsere Freude zu kommen.

Die Winterzeit hat ja viele wunderschöne Zeiten. Mach dir doch einmal bewusst, was du alles am Winter magst. Sind es gemütliche Stunden bei Kerzenschein? Oder kannst du dem kalten Wasser mit Eis und Schnee etwas abgewinnen. Vielleicht liebst du es auch, ausgedehnte Spaziergänge im stillen Wald zu unternehmen.

Wenn Du dir bewusst machst, welche positiven Seiten der Winter hat, kannst du mit mehr Gelassenheit durch die Herbstzeit kommen und dir viele glückliche Erlebnisse und Situationen kreieren.

Silvia Exner
www.therapie-exner.de

Bild: von Abbat auf pixabay

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