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Aller Anfang ist schwer:

– Warum wir uns so schwer mit dem Neuen tun –

Etwas Neues zu beginnen bedeutet, sich auf etwas einzulassen, was man noch nicht kennt, ohne zu wissen, was man zu erwarten hat bzw. was alles Neues auf einen zukommt.

Weshalb es uns so schwer fällt, Neues anzufangen, warum wir es trotzdem weiter tun sollten und wie wir uns dafür wappnen können, das verrate ich Ihnen in diesem Blog.

Wir sind es gewöhnt, dass alles seinen Platz hat, alles ist da wo wir es brauchen, die Macht der Gewohnheit hat uns voll im Griff. Man kenn es und alles läuft wie geschmiert. Wir sind daran gewöhnt und genießen es, von Vertrautem umgeben zu sein. Das betrifft nicht nur unser Zuhause, sondern auch der Arbeit, unsere Freunde, unsere Freizeit… Und das ist auch gut so.

Denn je besser wir uns auskennen, umso weniger Zeit und Gedanken müssen wir investieren. Das Vertraute verleiht uns Sicherheit und Selbstbewusstsein.

Darum tun wir uns oft sehr schwer, etwas Neues zu beginnen bzw. über die eigenen Grenzen zu treten und etwas Neues anzufangen. In Anfängen steckt immer etwas Neues, etwas Unbekanntes. Wir tun etwas zum allerersten Mal. Egal ob im Kleinen, wenn wir ein neues Hobby ausprobieren, oder im Großen, bei einem Jobwechsel. Die Ängste und Befürchtungen begleiten uns und sind immer die gleichen.

Am wenigsten wollen wir, dass wir auffallen und etwas falsch machen. Es begleitet uns ein Gefühl die ganze Zeit über. Es ist eine Mischung aus Unsicherheit und Unbehagen. Vielleicht sehen alle, dass man sich nicht auskennt. Dadurch entsteht die Befürchtung, sich zu blamieren. Denn die anderen können es ja viel besser.

Man hat sich dazu entschieden, also muss alles auch funktionieren. Mit dieser Erwartungshaltung setzen wir uns jedoch nur selber unter Druck. Und wir kommen ins Grübeln, ob die getroffene Entscheidung auch die richtige war oder ob der neue Job auch wirklich zu uns passt. Oftmals bekommen wir auch noch Druck von anderen, die uns begleiten, wenn wir den Schritt endlich gewagt haben.

Hinzu kommt dann auch noch die Befürchtung, sich im Neuen nicht wohl zu fühlen. Und das nicht nur, weil alles so fremd ist, sondern auch weil man gar nicht weiß, was einen erwartet. Was ist, wenn ich die Anforderungen nicht erfüllen kann. Diese Befürchtungen über das bevorstehende Unbekannte gibt uns genügend Raum für alle möglichen Phantasien.

Wichtig ist, dass wir uns die Chance geben, denn am Anfang werden die Weichen für alles Weiter gestellt. Es gibt nur einmal einen ersten Eindruck. Mit dem ersten Eindruck wird sich zeigen, ob es uns gefällt oder nicht. Alle Sinne sind auf diesem Moment gerichtet, von dem alles abhängt. Das ist die einzige Gelegenheit, die bleibt. – capture it oder just let it slip.

Sind wir aber schon von vorneherein in einer negativen Gefühlsebene, so werden wir alles und mag es auch noch so toll sein, als negativ erleben und dementsprechend auch bewerten.

Es ist nur menschlich, dass wir alle so unsere Befürchtungen bzw. unsere Bedenken bezüglich dem Neuem haben. Wir haben die Angst, wir könnten scheitern und dann blamieren wir uns vor allen. Es steckt uns in den Knochen und der Anfang wird die Wahrheit enthüllen, denn vielleicht habe ich auch den Glaubenssatz in mir „Ich bin nicht gut genug“ oder „Ich bin nicht geeignet“ oder „Das habe ich gar nicht verdient“. Durch diese Angst wird uns nicht nur jegliche Freude am Anfangen genommen, sondern es wirft uns gleichzeitig noch jede Menge anderer Hindernisse zwischen die Beine. Bis wir gar nicht anderes mehr können als zu scheitern und aufzugeben.

Also lassen wir das besser mit dem Verändern und den Neuanfängen. Am besten bleiben wir in unserer Komfortzone.

Nein, das sollen wir nicht. Denn es ist wichtig für jeden von uns Neues auszuprobieren und sich auf etwas Neues auch einzulassen. Einen Anfang zu wagen bedeutet immer, einen Fuß über unsere Komfortzone hinaus zu setzen. Indem wir unsere Komfortzone verlassen sind wir gleichzeitig auch offen für das Neue. Neue Erfahrungen können jede Menge positive Effekte auf unsere Psyche haben und uns langfristig glücklich machen.

Hier ein paar Gründe, warum das so ist:

Wir lernen etwas Neues zuzulassen:

Schon ab der ersten Sekunde eines Anfangs machen wir Erfahrungen, die uns niemand mehr nehmen kann. Lernen wir etwas Neues, erweitern wir langfristig unser persönliches Repertoire, auf das wir immer wieder zurückgreifen können. Ein wichtiger Baustein für unsere persönliche Entwicklung.

Wir lernen uns selbst besser kennen:

Uns in ungewohnten Situationen zu begeben bedeutet auch immer, etwas Neues über uns selbst zu lernen. Wie verhalten wir uns? Wie gut gehen wir damit um? Was macht das mit uns? Lassen wir uns doch mal von uns selbst überraschen und lernen Seiten an uns kennen, die wir bisher noch nicht so gesehen haben.

Der nächste Schritt fällt uns noch leichter:

Haben wir uns einmal aus unserer Komfortzone herausgewagt, wird der nächste Schritt schon gar nicht mehr so schwer sein.  Je häufiger wir uns dann ins Unbekannte begeben, desto weniger werden wir uns darüber noch den Kopf zerbrechen. Dieses neu gewonnene Selbstbewusstsein wird uns auch in alltäglichen Lebenssituationen zugutekommen.

Am Anfang stehen wir alle am Anfang. Neu zu sein ist eine alltägliche Erfahrung, die jeder von uns schon einmal gemacht hat und immer wieder machen wird. Es ist völlig normal, dass wir noch nicht alle Regeln kennen, noch nicht Alles beherrschen und wissen. Die Menschen um uns herum haben deshalb auch mehr Verständnis für Fehltritte, als es uns manchmal bewusst ist.

Teile deine Ängste und Sorgen, auch wenn es dir nicht immer leichtfällt, dies zuzugeben. Denn nur wenn wir den Mut aufbringen und unsere Gedanken offen mitteilen, haben wir auch die Chance, Rückhalt, Zuspruch und Unterstützung zu erhalten. Dabei muss s sich nicht um eine Person handeln, die in direktem Zusammenhang mit den Anfängen steht. Such dir jemanden Außenstehenden. So erhältst du auch gleich eine ganz neue Perspektive auf das Thema.

Nur Mut, die Anfänge sind nicht so bedrohlich, wie sie uns erscheinen. Es ist okay nervös zu sein, doch lass die Befürchtungen und Ängste in deinem Kopf nicht zu viel Auslauf. Wage den Sprung ins kalte Wasser, du musst auch keinen Kopfsprung machen.

Fang einfach an!

 

 

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